Archiv für den Monat: Juli 2013

„Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!“ – Wie wir uns mit double-bind Fesseln anlegen.

Neues von den „blinden Flecken“…

Das Erkennungsmerkmal: Double-binds erzeugen die Illusion, man hätte eine Wahl, ohne sie einem wirklich zu geben.
Die Basis: Unerkanntes oder unbewusstes Dilemma (Paradoxon)
Wichtiges Kriterium: Unerfüllbarkeit oder Unmöglichkeit einem postulierten Anspruch gerecht zu werden – je höher der Anspruch, desto drastischer.
Die Rahmenbedingungen: Abhängigkeitsverhältnisse, möglichst unbewusst oder ausgeblendet (weil sie immer als unangenehm und nicht ohne große Verluste lösbar erscheinen)
Der Motor: verdeckte, sich widerstreitende Interessen

Das Rezept (Was brauchen wir dazu?): Continue reading

Täglich grüßt das Murmeltier… – Oder: Warum wir uns manchmal im Kreis drehen.

Kennen Sie das?
Seit einiger Zeit versuchen Sie, etwas zu bewegen. Sie engagieren sich, sammeln Argumente, tauschen sich aus, wiederholen Ihre Argumente, erläutern Sie noch einmal und noch einmal. Gleichgesinnte finden sich, bestärken Sie in Ihren Gedanken, teilen den inzwischen wachsenden Unmut und die aufkeimende Ungeduld. Der Leidensdruck wächst. Jetzt reicht’s! Es muss etwas geschehen – aber was? Sie finden noch mehr Gleichgesinnte und tauschen Argumente aus. Mehr vom Gleichen und immer engagierter, vielleicht auch langsam etwas wütender?

Was geschieht da eigentlich? Und warum geht es nicht über das immer Gleiche hinaus?
Um solche Phänomene besser zu verstehen, kann man das Drama-Dreieck nach S. Karpmann aus der Transaktionsanalyse gut auf die Muster, die sich hier abzeichnen, übertragen. Es setzt nämlich nicht bei den zur Debatte stehenden Sachthemen an sondern schaut hinter die Kulissen: Das Drama-Dreieck beschreibt die Beziehungsmuster zwischen Personen oder Personengruppen. Die nehmen darin in der Regel drei Rollen ein und das wechselnd. Karpmann spricht von drei Rollen: „Opfer“, „Täter“ bzw. „Verfolger“ und „Retter“. Im Modell des Dramadreiecks wird der Zusammenhang dieser Rollen beschrieben, und wie sie oft reihum gewechselt werden. Continue reading

Stakeholderanalyse – schon mal angewendet?

Kennen Sie die persönlichen Ziele und Motive der anderen?
Sie haben ein bestechendes, in sich vollkommen logisch aufgebautes Konzept erstellt und jetzt müssten die Anderen eigentlich nur …
… aber sie tun es nicht, oder jedenfalls nicht alle, oder nicht mit der Begeisterung und Überzeugung, die Sie erwartet hätten. Ärgerlich. Dabei haben Sie sich stunden-, ja tagelang Gedanken gemacht, mit Kollegen und Experten debattiert, gestrichen, geändert, ergänzt – bis das Konzept in Ihren Augen fast perfekt erschien. Und dann das! Continue reading