Kategorie-Archiv: Allgemein

Schulung allein macht noch keinen Fundraisingaufbau…

Klaus Heil und Susanne Reuter zur Frage, wie „Systemisches Fundraising“ in der Fortbildung funktioniert (Teil 3).
Prozessarchitektur

Fortbildung wird in einen Entwicklungsprozess integriert: Das Wie zeigt die Prozessarchitektur.

Erinnern Sie sich noch an Teil 2? Der endete so: Wir wissen, dass systematisches und professionell durchgeführtes Fundraising nicht von allen als eine passende und selbstverständliche Aktivität oder gar als wirklich notwendige Säule zur Finanzierung und Zukunftssicherung gesehen wird. Das hat vor allem mit den – gewachsenen und durchaus gewollten – Strukturen der betreffenden Organisation oder Einrichtung zu tun. Diese Strukturen existieren nicht nur formal, sondern spiegeln sich auch in den Einstellungen und Haltungen der jeweiligen (haupt- oder ehrenamtlichen) Mitarbeitenden wider. Wir finden also jeweils eine Kultur vor, die Fundraising in ganz unterschiedlicher Weise ermöglicht oder behindert, möglicherweise sogar beides zugleich, je nach Größe der Organisation.

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Unser Lesetipp für die Urlaubszeit:

Vergiß mal alle Tools…!?

Den Werkzeugkasten einfach mal im Keller verstauen.

Den Werkzeugkasten einfach mal im Keller verstauen.

“Angesichts der überall präsenten Aufforderung zu ständigem und lebenslangem Lernen, der sich eigentlich niemand mehr entziehen sollte, muss gefragt werden, ob das Fass nicht irgendwann überläuft. Ist es da nicht zweckmäßig, auch das Verlernen in Erwägung zu ziehen?

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Keine Scheu vor Daten: Datenbank-Fundraising kann jede/r!

In lockerer Reihenfolge stellen sich unsere Teammitglieder mit Ihren “Lieblingsthemen” im Fundraising und in der Beratung vor. Heute : Peter Iversen-Schwier und die Leidenschaft für Komplexität.

Peter Iversen-Schwier; Dozent, Berater und Begleiter

Peter Iversen-Schwier agiert als Dozent, Berater und Begleiter

Vor kurzem traf ich einen Kollegen, ja schon, fast Freund, den ich lange nicht gesehen hatte. Trotz der langen „Beziehungspause“ begrüßte er mich nämlich sehr freundschaftlich mit den Worten: „Hallo Peter – du bist ja auch schon von Anfang an dabei…“ Klingelt da etwas im Hinterkopf der gestandenen FundraiserInnen unter Euch?

Ich heiße Peter Iversen-Schwier, bin bald 50 Jahre alt und in der Tat bin ich mit dem Fundraising schon sehr lange verbunden. Nach meinem Studium der Theologie in Heidelberg begann ich als Diplom-Theologe eine Ausbildung im systemischen Sozialmanagement. Der Leiter dieser Ausbildung begrüßte uns damals mit den Worten: „Sie dürfen so sozial bleiben wie Sie schon sind – Sie müssen jetzt nur noch rechnen lernen.“ Dieser Aspekt begleitet mich seitdem in meinem Leben: Soziales Engagement in Zahlen fassen und in der Balance halten – das ist ein Geheimnis hinter „Datenbanken“.

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Nach jeder Präsenzeinheit kommt das reale Leben…

Klaus Heil und Susanne Reuter zur Frage, wie „Systemisches Fundraising“ in der Fortbildung funktioniert (Teil 2).
Transfer in die Realität

Fundraisingauf- und -einbau bedeutet Veränderungen anzustoßen

Ein großes Lernfeld – wie kann da der Transfer gelingen?

Unsere Präsenzeinheiten (3 mal 3 Tage) richten den Fokus gezielt auf die Verbindung von Fach- und Prozesskompetenz, die Umsetzungskompetenz wächst also simultan. Sowohl die Vermittlung von Methoden und Instrumenten („harte Faktoren“) als auch die Sensibilisierung für die Prozessdynamik („weiche Faktoren“) bauen dabei auf vorhandene Kompetenzen der TeilnehmerInnen auf und beziehen sie explizit mit ein. Diese unverzichtbaren Anknüpfungspunkte – wir haben das bereits in Teil 1 beschrieben – sind bei jedem Teilnehmer anders ausgeprägt, die Wirkungen deshalb höchst unterschiedlich. Continue reading

Erwachsene lernen anders

Klaus Heil und Susanne Reuter zur Frage, wie „Systemisches Fundraising“ in der Fortbildung funktioniert. (Teil 1)
Klaus Heil und Reimund Wolf, Dozenten

Nochmal die Schulbank drücken? Klaus Heil sagt: “Nicht in der Fortbildung Systemisches Fundraising!”

Was verstehen Sie unter Lernen? Die meisten denken an ihre Schulzeit zurück oder an die Berufsschule während der Lehre. Und in neuerer Zeit einige auch an ihr Studium, seit das Studieren so „verschult“ ist. Wir denken dann vor allem an Wissen (müssen), Auswendiglernen, Frontalunterricht, Klausuren und Prüfungen – all das, was mit dem treffenden Begriff „Stoffhuberei“ bezeichnet wird: Möglichst viel möglichst schnell in den Kopf kriegen…

Denken Sie gerne daran zurück? Wir nicht…

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Coaching für Führungskräfte in der Fundraising- und Verbandsentwicklung

Change-Prozesse und Organisationsentwicklung sind für alle Mitwirkenden eine komplexe Herausforderung. Auf den Führungskräften lastet dabei besonders viel Verantwortung, denn von ihnen hängt maßgeblich ab, ob ein Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden kann oder nicht.

Change-Prozesse mit Führungskräften

Verbandsentwicklung fängt “oben” an

Coaching: komplementär und integrativ

Wir messen dem persönlichen Coaching als integrativer und komplementärer Bestandteil deshalb eine zentrale Rolle für den Fundraisingaufbau und das Veränderungsmanagement bei. Das Coaching wird von uns als eine ziel- und lösungsorientierte Begleitung zur Verbesserung der persönlichen Selbstreflexion sowie der individuellen Lern- und Leistungsfähigkeit verstanden. Es stärkt die Protagonisten in ihrer Rolle und trägt entscheidend zur notwendigen Dynamik von Entwicklungsvorhaben bei.

Michael Karmann hat das Coaching des Zentrums für Systemisches Fundraising mehrere Male innerhalb des Fundraisingentwicklungsprozesses (über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren hinweg) wahrgenommen. Wir danken ihm sehr, dass er hier im Blog seine Erfahrungen teilt:

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Alles Coaching, oder was ?!

Nach Feierabend-Coaching, Familien-Coaching, Feng-Shui-Coaching, nun also auch Fundraising-Coaching: Die inflationäre Verwendung des Bindestrichs, mit dem das Beratungsformat „Coaching“ mit allerlei Themen zu einer Art Trainings-Tool legiert wird  (ja, auch Hunde-Coaching und Wohn-Coaching wurden bereits erfunden), feiert fröhliche Urstände – wer den Begriff “Fundraising-Coaching” googelt, stößt auf Tausende von Einträgen

Coaching für alles und jedes?

Inflation im Goldfischglas?
© LUCKAS – Fotolia.com

Coaching ist eine eigene Profession

Geläufig wurde der mittlerweile arg strapazierte Begriff „Coaching“ seit Ende des 19. Jahrhunderts in der Welt des Berufssports. Im allgemeinen Arbeitskontext aber wird „Coaching“ heute definiert als “professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen in Führungs- und Steuerungsfunktionen und von Experten in Organisationen” (Ulrike Wolff, Definition des Praxisfeldes Coaching, in: Coaching als Profession, Deutscher Bundesverband Coaching DBVC [Hrsg.], Osnabrück 2010, S. 18).

Familie, Feierabend, Feng-Shui – und jetzt Fundraising?

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Fundraising als Chefsache: Ganz oben ist die Luft nicht dünn, sondern schlecht!

Die Bedingungen, unter denen wir leben, arbeiten und lieben verändern sich in den letzten zwanzig Jahren rasant. Nach einer gefühlten Ewigkeit von Stabilität und immerwährendem Aufschwung – die in Wirklichkeit gar nicht so lange gedauert hat – scheinen die Dinge um uns herum stets aufs Neue in Frage gestellt zu werden. Eine „Revolution“ löst die nächste ab. Auf „Generation X“ folgt „Generation Y“ und jüngst „Generation Z“. Jetzt müssten wir mit den Umlauten weiter machen…

Nur eines scheint sich nicht zu ändern: Das Gefühl, dass „die da oben“, die uns leiten und führen, wechselweise ohne Ahnung sind, oder borniert, unfähig, ohne soziale Kompetenz, Antreiber ohne Sinn und Verstand – die Liste ließe sich unschwer verlängern.

Fundraising als Chefsache braucht nicht unbedingt Helden!

© Tommaso Lizzul – Fotolia.com

Im Fundraising der heutigen Zeit wird derweil stolz vermeldet, wenn das Management Fundraising zur „Chefsache“ erklärt. Aber vielerorts mangelt es noch immer an der Übereinstimmung von Wort und Tat. Continue reading

Lass Sterntaler vom Himmel regnen! Großspenden-Fundraising

Und wieder scheint es, als werde ein neues Viech durchs Dorf getrieben. Mit Verheißungen allerorten: Du musst es nur RICHTIG machen. Dann winkt Dir der große, der mächtige Erfolg. Warren Buffet, Bill & Linda Gates, Dagobert Duck (setze hier einfach einen beliebigen schwerreichen Menschen ein) wird über Dich kommen und Dir und Deiner Organisation eine wundervolle, sorgenlose Zeit bescheren. Das Fundraiser-Magazin widmet gleich eine ganze Ausgabe diesem Thema.

Satire oder Wirklichkeit?

Sterntaler: © askaja - Fotolia

Sterntaler: © askaja – Fotolia

Sie kennen das auch: Der Vorstand einer Organisation will endlich den Sprung ins kalte Wasser wagen und eine ganze (!) Fundraising-Stelle einrichten. Erst einmal für zwei Jahre, man weiß ja nie, natürlich. Aber die beste Idee hat ein in Finanzdingen erfahrenes Vorstandsmitglied: Man möge doch das Fundraising ab sofort auf Großspender konzentrieren. Wie man hört, seien mehrere hunderttausend Euro Ertrag pro Jahr gang und gäbe in diesem speziellen und Wunder vollen Segment des Fundraisings. Und es liegt doch auf der Hand, dass da ein schier unschlagbares Verhältnis von Aufwand und Erlös entsteht. Warum ist da vorher bloß keiner drauf gekommen? Warum diese Mühen mit den vielen, kleinen Spenden?! Wir schicken mal unseren Verantwortlichen in eine der Großspenden-Fundraiser-Fortbildungen – dann wird das schon…

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