Nach jeder Präsenzeinheit kommt das reale Leben…


Klaus Heil und Susanne Reuter zur Frage, wie „Systemisches Fundraising“ in der Fortbildung funktioniert (Teil 2).
Transfer in die Realität

Fundraisingauf- und -einbau bedeutet Veränderungen anzustoßen

Ein großes Lernfeld – wie kann da der Transfer gelingen?

Unsere Präsenzeinheiten (3 mal 3 Tage) richten den Fokus gezielt auf die Verbindung von Fach- und Prozesskompetenz, die Umsetzungskompetenz wächst also simultan. Sowohl die Vermittlung von Methoden und Instrumenten („harte Faktoren“) als auch die Sensibilisierung für die Prozessdynamik („weiche Faktoren“) bauen dabei auf vorhandene Kompetenzen der TeilnehmerInnen auf und beziehen sie explizit mit ein. Diese unverzichtbaren Anknüpfungspunkte – wir haben das bereits in Teil 1 beschrieben – sind bei jedem Teilnehmer anders ausgeprägt, die Wirkungen deshalb höchst unterschiedlich.

Der besondere Praxisnutzen für die TeilnehmerInnen liegt in der selbst und unter fachlicher Begleitung erstellten, erfahrungsbasierten Konzeption zum Auf- und Ausbau von Fundraising:

Die im Kurs erzielten Ergebnisse sind unmittelbar mit dem laufenden Aufbauprozess des Fundraisings in der jeweiligen Organisation verschränkt. Die Lerninhalte werden in Beziehung zur Vor-Ort-Situation gesetzt und fließen sowohl unmittelbar in die Projekte, als auch in jeden Seminar-Block der Fortbildung mit ein. Deshalb funktioniert die Fortbildung für die TeilnehmerInnen auch nur dann gut, wenn sie

1)    einen klaren Auftrag oder das Mandat ihrer Einrichtung/Gemeinde/Pfarrei haben, den Fundraisingaufbau anzugehen,

2)    ein konkretes Fundraisingprojekt als Übungsfeld mitbringen, das von den Beteiligten vor Ort auch gewollt und beschlossen ist,

3)    und die anderen Protagonisten in der eigenen Einrichtung/Gemeinde/Pfarrei offen sind für die fachliche Begleitung und Beratung, denn diese sind ein verbindlicher Bestandteil der Fundraisingentwicklung.

Deshalb sagen wir mit Nachdruck:
Es gibt keine Patentrezepte – Individualität ist der Schlüssel

Individuelle Beratung

Die Lernenden individuell zu stärken, ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg.

So ist nicht zufällig ein wesentlicher Teil der Ausbildung der Blick auf die Stärkung der Individualität, wir ermutigen stets dazu und unterstützen dies durch ein dreifaches, individuelles Coaching begleitend zu der Ausbildung:

  • zur Rollenklärung der eigenen (Führungs-)Persönlichkeit im Prozess,
  • zur Positionierung innerhalb des institutionellen Rahmens, sowie
  • Gruppencoachings anhand realer Praxisanforderungen zur konkreten Implementierung des Fundraisings in der eigenen Einrichtung.

Die Coachingeinheiten werden von erfahrenen Coaches in unterschiedlichen Sequenzen parallel zu den Inhalten der Kursblöcke durchgeführt. Daneben gibt es für jede/n TeilnehmerIn die Möglichkeit, sich auch zwischen den Präsenzzeiten individuell beraten zu lassen.

Fortbildung kann nicht isoliert stattfinden

Wir verfolgen das Prinzip der integrierten Fortbildung mit systemischem Blick. Sie ist Ausgangspunkt, integraler Baustein und Motor der Fundraising-Entwicklung.  Der Fundraisingauf- und -einbau (auch in Bezug auf einzelne Fundraising-Methoden oder -Instrumente) stellt nach unserer Erfahrungen einen relativ komplexen und recht grundlegenden Veränderungs- und Organisationsentwicklungsprozess dar. Deshalb ist Schulung und Qualifizierung darin nur ein Teil, und das ist uns wohl bewusst – (hier ein Beispiel für die Vorgehensweise).

Fundraisingaufbau ist Organisationsentwicklung!

Austausch und Dialog

Miteinander reden ist einer der ersten Schritte, um zu einer hilfreichen inneren Haltung zu gelangen.

Wir wissen, dass systematisches und professionell durchgeführtes Fundraising nicht von allen als eine passende und selbstverständliche Aktivität oder gar als wirklich notwendige Säule zur Finanzierung und Zukunftssicherung gesehen wird. Das hat vor allem mit den – gewachsenen und durchaus gewollten – Strukturen der betreffenden Organisation oder Einrichtung zu tun. Diese Strukturen existieren nicht nur formal, sondern spiegeln sich auch in den Einstellungen und Haltungen der jeweiligen – haupt- oder ehrenamtlichen – Mitarbeitenden wider. Wir finden also jeweils eine Kultur vor, die Fundraising in ganz unterschiedlicher Weise ermöglicht oder behindert, möglicherweise sogar beides zugleich, je nach Größe der Organisation.

Dies alles zu berücksichtigen und konstruktiv in den Fundraisingaufbau einzubeziehen, kann man nicht allein durch eine klassische Fundraising-Methodenschulung einzelner Fachkräfte erreichen.

Neben dem individuellen Blick auf die vielen verschiedenen Perspektiven Einzelner, braucht es den Blick auf die vielen verschiedenen Perspektiven in der Organisation. Und so setzen wir auch in der Management- und Organisationsberatung an. Fundraising beginnt „oben“, und findet „unten“ statt.

Was das jetzt heißt? Lassen Sie sich überraschen!

Fortsetzung in Teil 3: Schulung allein macht noch keinen Fundraisingaufbau…

Über Susanne Reuter

Susanne Reuter ist geschäftsführende Gesellschafterin der Zentrum für Systemisches Fundraising. Seit 2005 verbindet sie systemische Organisationsberatung mit Fundraising und führt die Methode Systemisches Fundraising in die Fundraisinglandschaft ein.

2 Gedanken zu „Nach jeder Präsenzeinheit kommt das reale Leben…

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