Alles eine Frage der Perspektive?!


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Warum wir unsere Welt sehen, wie wir sie sehen. Oder: Was wir nicht sehen, wenn wir unsere Welt nur so sehen, wie wir sie sehen.

Viele tun es: täglich ein- bis mehrmals durch Facebook und andere soziale Netzwerke surfen. Einfach so. Vielleicht gibt’s ja etwas Neues, oder wir erfahren etwas von unseren Freunden, das uns interessiert, eine abonnierte Seite schickt einen interessanten Artikel ins Netz, ein Kontakt hat Geburtstag und ich werde aufgefordert, Glückwünsche zu senden. Oder ich finde im Vorbeiscrollen dies hier und lese erstmal drüber weg. Beinahe weiter geklickt. Warte mal! Nochmal zurück. Lesen. Genau lesen. Und die Anweisung am Ende befolgen:

Perspektivwechsel,  Quelle: https://www.facebook.com/TheLondonerBlog

Perspektivwechsel,
Quelle: https://www.facebook.com/TheLondonerBlog

Großartig. So einfach, aber doch so tiefsinnig. Und das auf einem Londoner Blog für Mode & Lifestyle. Schaut Euch die Posts nur mal an. Ich hätte niemals dieses Kleinod dort vermutet – und Ihr?

Warum ich das hier so poste?

Weil beides, der Text wie auch der Blog mir klar gemacht haben, wie schnell und selbstverständlich man die Welt aus der eigenen Perspektive betrachtet und bewertet! Wir brauchen immer wieder Impulse und Anregungen von außen, um die eigene Perspektive einmal los- und uns auf andere Sichtweisen einzulassen. Dieser Text – so schlicht auf schnödes Blatt Papier getippt er auch daher kommt – leistet genau das. Mit ganz wenigen Mitteln! Man muss ihn nur lesen, bis zum Ende und zurück.

Wir selbst konstruieren unsere Realität

Das ist ganz menschlich und völlig normal. Nur: Dabei darf nicht vergessen werden, dass es sich immer um eine ziemlich subjektive, individuelle Sicht handelt und die Wirklichkeit nicht ausschließlich so aussehen muss, wie ich sie sehe. Dabei wünschen es sich die meisten von uns lieber einfacher – nämlich am liebsten so, dass alle anderen die Welt so sähen und die Dinge so bewerteten, wie man selbst. Leider ist es aber nicht so. Dieses Phänomen begegnet uns immer wieder, auch als Fundraiserinnen oder Berater. Zum Beispiel, wenn wir anderen oder in Gremien unsere Konzepte oder Vorgehensweise nahebringen wollen…

IMG_20150727_130622Aber: Die Vorstellung vom Menschen als „triviale Maschine“ ist leider eine Illusion.

Unsere Gefühle und Gedanken sind die Architekten
und die Bauherren

IMG_20150727_130615Die Grafik vom Menschen als „nicht-triviale Maschine“ zeigt sehr anschaulich, was alles unsichtbar und unhörbar in uns selbst dazu beiträgt, unser Bild von der Wirklichkeit zu prägen, also wie wir selbst sie wahrnehmen (interpretieren, bewerten, beurteilen). Epiktet wusste schon um 50-125 n. Chr. darum: „Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und die Beurteilungen über die Dinge“.
Das ist so und daran können wir auch nichts oder nicht viel ändern.

 Was zählt, ist die innere Haltung

Aber wir können versuchen, immer wieder Einladungen zu Perspektivwechseln anzunehmen und uns auf sie einzulassen. Sie sind ja zunächst nur ein Gedankenspiel – wichtig ist, was dabei in unserem Kopf mit unseren Gedanken und was mit unseren Gefühlen geschieht. Ob wir daraus (verändertes) Handeln ableiten, ist eine nachrangige Frage. Es geht immer zuerst um das Erkennen und Reflektieren der eigenen inneren Haltung. Und später erst zeichnet sich ab, ob auch eine Verhaltensänderung notwendig wäre.

Ich erlebe es in Coachings die ich gebe häufig so, dass die Veränderung im Handeln wie von selbst der veränderten Perspektive folgt. Nicht zwingend, aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit.

Deshalb sind es oft die kleinen Dinge, die am Ende und relativ unspektakulär etwas Großes bewirken können. Das leistet dieser Zettel in großartiger Weise. Für mich heißt einmal mehr die Quintessenz: Das Bewusstsein von und die Arbeit an der inneren Haltung ist ein zentrales Thema, wenn es darum geht, Perspektiven zu erweitern oder zu verändern. Das Handwerkliche (Instrumente, Maßnahmen, Tools und Vorgehnsweisen zum Beispiel des Fundraisings) ist vor diesem Hintergrund zwar nicht unwichtg aber zweitrangig! (Und das ist natürlich unbestritten meine ganz eigene Sicht auf die Dinge…)

Über Susanne Reuter

Susanne Reuter ist geschäftsführende Gesellschafterin der Zentrum für Systemisches Fundraising. Seit 2005 verbindet sie systemische Organisationsberatung mit Fundraising und führt die Methode Systemisches Fundraising in die Fundraisinglandschaft ein.

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