Schlagwort-Archiv: Systemisches Fundraising

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – aber auch das Scheitern

Susanne Reuter und Klaus Heil zu Stolpersteinen in Startphasen und was uns Fehler lehren
© Trueffelpix - fotolia.com

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Die Anfangszeile eines der bekanntesten philosophischen Gedichte von Hermann Hesse in unserer Überschrift spricht vielen aus dem Herzen. Losgelöst von den weiteren Zeilen des Gedichtes “Stufen” spricht sie die Sehnsucht aus und nährt die Hoffnung, dass ein Zauber alle Anfänge leichtmachen und die ersten Schritte beschwingen könnte. Wer an unseren internen Fundraising-Fortbildungen teilnimmt, hört dagegen diese Thesen gleich am ersten Tag:

  • Bei bis zu 90% aller Projekte geschehen die gravierenden Fehler zu Beginn!
  • 85% aller Projekte scheitern am System und nicht aus inhaltlichen Problemen!

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… und jetzt auch noch Fundraising!

In lockerer Reihenfolge stellen sich unsere Teammitglieder mit Ihren “Lieblingsthemen” im Fundraising und in der Beratung vor. Heute: Andrea Rokuß mit einer systemischen Betrachtung des Veränderungsprozesses Fundraising.

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Andrea Rokuß ist seit Januar 2016 freie Beraterin im Zentrum für Systemisches Fundraising.

Alles ändert sich – heute oft schneller, als uns lieb ist. Damit haben auch Organisationen zu kämpfen. Veränderung muss “echt” sein – bestehende Konzepte und Strukturen lediglich zu überarbeiten, reicht nicht (mehr). Nicht selten muss eine komplette Neuaufstellung her.

Wenn’s ans Eingemachte geht, ist ein grundsätzliches Umdenken aller MitarbeiterInnen der Organisationen gefordert. Dafür brauchen sie einen hohen Grad an Engagement und die Überzeugung, dass anstehende Prozesse systemisch betrachtet werden müssen, um adäquat agieren zu können. Sie brauchen einen Blick für das kleine und das große Ganze. Das heißt: Raus aus der Komfortzone und Abschied nehmen von liebgewonnenen Nischen.

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Richtig oder falsch, gut oder schlecht, schwarz oder weiß, entweder – oder:

Warum kann es nicht immer so einfach sein?!

Das Leben um uns herum ist komplex. Immer wieder hören wir aus den unterschiedlichsten Richtungen, dass es sogar noch komplexer wird und sich immer schneller verändert. Die Welt wartet stets mit neuen Herausforderungen auf. Kaum scheint das Eine begriffen und bewältigt zu sein (oder nach wie vor noch die Gemüter zu bewegen), kommt schon das nächste, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen. Noch mehr davon und es wäre zum Verrücktwerden.

Nur: So schnell wird keiner verrückt.
© Coloures-pic - Fotolia.com

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Klein, aber fein: Der 8. Ökumenische Fundraisingtag in Hannover

Mit rund sechzig TeilnehmerInnen war die Veranstaltung ein besonderes Erlebnis. Warum? Ganz einfach: Weniger ist mehr!

Gestern, an einem wetterwendischen Samstag im Mai, trafen sich interessierte Menschen aus Pfarreien, Gemeinden, Kirchenkreisen und Einrichtungen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und des Bistums Hildesheim zum Ökumenischen Fundraisingtag (ÖKFT) – immerhin schon zum achten Mal in Hannover.

www.vor-bild.de

Alle Fotos: Holger Groß

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Stolperstein Verantwortungskultur in der eigenen Organisation: Ein „heißes Eisen“ für Fundraiser?

Erinnern Sie sich an, „Dramadreieck“, „Wasch mir den Pelz…“ oder „Umgang mit Widerstand“? In diesen Beiträgen haben wir aus verschiedenen Perspektiven die oftmals herausfordernden Situationen beschrieben, vor denen Fundraiserinnen und Fundraiser in ihrem internen Umfeld stehen. Der gemeinsame Nenner dieser und artverwandter Themen ist das Metathema Verantwortung.

© thingamajiggs - Fotolia

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Wie das?

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Schulung allein macht noch keinen Fundraisingaufbau…

Klaus Heil und Susanne Reuter zur Frage, wie „Systemisches Fundraising“ in der Fortbildung funktioniert (Teil 3).
Prozessarchitektur

Fortbildung wird in einen Entwicklungsprozess integriert: Das Wie zeigt die Prozessarchitektur.

Erinnern Sie sich noch an Teil 2? Der endete so: Wir wissen, dass systematisches und professionell durchgeführtes Fundraising nicht von allen als eine passende und selbstverständliche Aktivität oder gar als wirklich notwendige Säule zur Finanzierung und Zukunftssicherung gesehen wird. Das hat vor allem mit den – gewachsenen und durchaus gewollten – Strukturen der betreffenden Organisation oder Einrichtung zu tun. Diese Strukturen existieren nicht nur formal, sondern spiegeln sich auch in den Einstellungen und Haltungen der jeweiligen (haupt- oder ehrenamtlichen) Mitarbeitenden wider. Wir finden also jeweils eine Kultur vor, die Fundraising in ganz unterschiedlicher Weise ermöglicht oder behindert, möglicherweise sogar beides zugleich, je nach Größe der Organisation.

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Unser Lesetipp für die Urlaubszeit:

Vergiß mal alle Tools…!?

Den Werkzeugkasten einfach mal im Keller verstauen.

Den Werkzeugkasten einfach mal im Keller verstauen.

“Angesichts der überall präsenten Aufforderung zu ständigem und lebenslangem Lernen, der sich eigentlich niemand mehr entziehen sollte, muss gefragt werden, ob das Fass nicht irgendwann überläuft. Ist es da nicht zweckmäßig, auch das Verlernen in Erwägung zu ziehen?

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Keine Scheu vor Daten: Datenbank-Fundraising kann jede/r!

In lockerer Reihenfolge stellen sich unsere Teammitglieder mit Ihren “Lieblingsthemen” im Fundraising und in der Beratung vor. Heute : Peter Iversen-Schwier und die Leidenschaft für Komplexität.

Peter Iversen-Schwier; Dozent, Berater und Begleiter

Peter Iversen-Schwier agiert als Dozent, Berater und Begleiter

Vor kurzem traf ich einen Kollegen, ja schon, fast Freund, den ich lange nicht gesehen hatte. Trotz der langen „Beziehungspause“ begrüßte er mich nämlich sehr freundschaftlich mit den Worten: „Hallo Peter – du bist ja auch schon von Anfang an dabei…“ Klingelt da etwas im Hinterkopf der gestandenen FundraiserInnen unter Euch?

Ich heiße Peter Iversen-Schwier, bin bald 50 Jahre alt und in der Tat bin ich mit dem Fundraising schon sehr lange verbunden. Nach meinem Studium der Theologie in Heidelberg begann ich als Diplom-Theologe eine Ausbildung im systemischen Sozialmanagement. Der Leiter dieser Ausbildung begrüßte uns damals mit den Worten: „Sie dürfen so sozial bleiben wie Sie schon sind – Sie müssen jetzt nur noch rechnen lernen.“ Dieser Aspekt begleitet mich seitdem in meinem Leben: Soziales Engagement in Zahlen fassen und in der Balance halten – das ist ein Geheimnis hinter „Datenbanken“.

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Nach jeder Präsenzeinheit kommt das reale Leben…

Klaus Heil und Susanne Reuter zur Frage, wie „Systemisches Fundraising“ in der Fortbildung funktioniert (Teil 2).
Transfer in die Realität

Fundraisingauf- und -einbau bedeutet Veränderungen anzustoßen

Ein großes Lernfeld – wie kann da der Transfer gelingen?

Unsere Präsenzeinheiten (3 mal 3 Tage) richten den Fokus gezielt auf die Verbindung von Fach- und Prozesskompetenz, die Umsetzungskompetenz wächst also simultan. Sowohl die Vermittlung von Methoden und Instrumenten („harte Faktoren“) als auch die Sensibilisierung für die Prozessdynamik („weiche Faktoren“) bauen dabei auf vorhandene Kompetenzen der TeilnehmerInnen auf und beziehen sie explizit mit ein. Diese unverzichtbaren Anknüpfungspunkte – wir haben das bereits in Teil 1 beschrieben – sind bei jedem Teilnehmer anders ausgeprägt, die Wirkungen deshalb höchst unterschiedlich. Continue reading