… und jetzt auch noch Fundraising!


In lockerer Reihenfolge stellen sich unsere Teammitglieder mit Ihren “Lieblingsthemen” im Fundraising und in der Beratung vor. Heute: Andrea Rokuß mit einer systemischen Betrachtung des Veränderungsprozesses Fundraising.

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Andrea Rokuß ist seit Januar 2016 freie Beraterin im Zentrum für Systemisches Fundraising.

Alles ändert sich – heute oft schneller, als uns lieb ist. Damit haben auch Organisationen zu kämpfen. Veränderung muss “echt” sein – bestehende Konzepte und Strukturen lediglich zu überarbeiten, reicht nicht (mehr). Nicht selten muss eine komplette Neuaufstellung her.

Wenn’s ans Eingemachte geht, ist ein grundsätzliches Umdenken aller MitarbeiterInnen der Organisationen gefordert. Dafür brauchen sie einen hohen Grad an Engagement und die Überzeugung, dass anstehende Prozesse systemisch betrachtet werden müssen, um adäquat agieren zu können. Sie brauchen einen Blick für das kleine und das große Ganze. Das heißt: Raus aus der Komfortzone und Abschied nehmen von liebgewonnenen Nischen.

Wie können also “echte” Veränderungsprozesse gemeinsam gestaltet und getragen werden und was bedeutet das für jede/n einzelne/n MitarbeiterIn?

Zunächst musste ich erkennen, dass ich meine landläufige Definition von Fundraising (siehe unten) verändern musste. Schon immer habe ich Fundraising als Aufgabenmix von Management, Marketing und Beziehungspflege verstanden. Doch richtete sich der Fokus auf die (potentiellen) SpenderInnen und weniger auf die Akteure in den Organisationen. Im Vordergrund stand, um es mit Henry A. Rosso auszudrücken, die Freude am Spenden zu lehren. Dieses Verständnis von Fundraising reichte mir zunehmend nicht aus.

Mit der systemischen Sichtweise und den abzuleitenden Handlungen rücken die Akteure als Zielgruppe – auf der strategischen und der operativen Ebene – stärker in den Fokus.

Selbst Bedenkenträger sind so gesehen als “unterstützendes Element” zu betrachten und für den Prozess eine Bereicherung. Diese Ansicht reifte im Rahmen meiner Arbeit als Begleiterin/Beraterin in inklusiven Veränderungsprozessen heran, in der der systemische Ansatz grundlegend ist.

Die Begegnung mit dem Zentrum Systemisches Fundraising hat bei mir wieder Freude am Fundraising ausgelöst. Hier erlebe ich Fundraising in seiner ganzheitlichen und systemischen Form, die eine Begleitung aller Beteiligten vorsieht, um Veränderungsprozesse nachhaltig zu verankern.

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Veränderungen erzeugen Dynamik – auch beim Fundraisingaufbau in einer Organisation.

Das hat mich dazu gebracht, meine ursprüngliche Definition von Fundraising (s. u.) um den Zusatz „unter Berücksichtigung des Systems der Organisation“ zu erweitern. Ich wünsche allen (zukünftigen) FundraiserInnen – hauptamtlich und ehrenamtlich – dass sie auch Freude an dieser Kunst empfinden, in der der Mensch im Mittelpunkt steht.

Das (ursprüngliche) confidio-Verständnis von Fundraising

„Fundraising ist die systematische Beschaffung privater Ressourcen für gemeinnützige Zwecke, die anderweitig nicht oder nicht ausreichend finanziert sind.“

Über Andrea Rokuß

Sie ist pädagogische Nonprofit-Managerin und hat langjährige Berufserfahrung im heilpädagogischen Bereich. Seit 15 Jahren arbeitet sie als selbständige Fundraising-Beraterin für gemeinnützige Organisationen mit den Schwerpunkten Schulung, Konzeption, Beratung & Umsetzung. Zudem ist sie in inklusiven Prozessen für Kommunen, Bildungseinrichtungen und gemeinnützigen Organisationen beratend, moderierend und begleitend tätig. Ebenso berät sie Schulen bei der Entwicklung von Konzepten zum Schul(um)bau. Ihr roter Faden sind die Veränderungsprozesse für Organisationen und für die jeweiligen Akteure, die an diesen Prozessen partizipativ und wertschätzend zu beteiligen sind.

Über Susanne Reuter

Susanne Reuter ist geschäftsführende Gesellschafterin der Zentrum für Systemisches Fundraising. Seit 2005 verbindet sie systemische Organisationsberatung mit Fundraising und führt die Methode Systemisches Fundraising in die Fundraisinglandschaft ein.

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