Stakeholderanalyse – schon mal angewendet?

Kennen Sie die persönlichen Ziele und Motive der anderen?
Sie haben ein bestechendes, in sich vollkommen logisch aufgebautes Konzept erstellt und jetzt müssten die Anderen eigentlich nur …
… aber sie tun es nicht, oder jedenfalls nicht alle, oder nicht mit der Begeisterung und Überzeugung, die Sie erwartet hätten. Ärgerlich. Dabei haben Sie sich stunden-, ja tagelang Gedanken gemacht, mit Kollegen und Experten debattiert, gestrichen, geändert, ergänzt – bis das Konzept in Ihren Augen fast perfekt erschien. Und dann das!

Warum ist das so?
Wir gehen davon aus, dass jede/r ihre/seine eigene Konstruktion von Wirklichkeit hat und nur der geringste Teil davon Konsens ist: In der inneren Haltung zeigt sich, wie jemand die Welt sieht und bewertet – und eben auch das Konzept, das Sie vorlegen oder präsentieren. Siehe auch unseren Facebook-Post vom 24. Juni.

Was tun?
Eine Stakeholderanalyse kann Aufklärung und Abhilfe schaffen, weil sie frühzeitig die relevanten Einflüsse verschiedener Personen (im internen und externen Umfeld) aufzeigt, Erkenntnisse über Promotoren, Kooperationsmöglichkeiten, Konfliktpotentiale, Widerstände, und so weiter liefert und weil man damit schließlich Handlungskonsequenzen (Taktik) oder Strategien für das Vorgehen entwickeln kann – und zwar bevor man das Konzept präsentiert.

Was heißt „Stakeholder“?

  • „stake“ (engl.) = Spieleinsatz, Risiko
  • Stakeholder im Spiel = Wer hat etwas zu gewinnen? Oder gar etwas zu verlieren?
  • Stakeholder im Projekt = Wer hat Ansprüche, Interessen, Einfluss und/oder bringt diese wie ein?
  • Stakeholder = Individuen oder Gruppen, welche einen materiellen oder immateriellen Anspruch (stake) an eine Organisation oder ein Projekt haben
  • Stakeholder = Interessenvertreter oder Anspruchsgruppe
  • hier: Personen oder Personengruppen, die wesentlich am Erfolg oder Misserfolg beteiligt sind/sein werden.

Und wie geht das ganz praktisch?
Beantworten Sie einfach die Leitfragen der Stakeholder-Analyse:

  • Wer sind wichtige Personen (konkret, Namen)?
  • Welche Rolle/Aufgabe hat sie in der / für die Organisation?
  • Wie groß ist ihr Einfluss (Macht) (+++ / ++ / + / 0)
  • Wie ist ihre Haltung zur Fragestellung (+++ / ++ / + / – / — / —)
  • Was sind ihre (inhaltlichen, fachlichen, persönlichen) Ziele?
  • Welche Beziehungen sind zu beachten: privates Umfeld, berufliche Kontakte, wo kommt die Person her, was leitet sie…?
  • Welche Chancen / Risiken / Handlungskonsequenzen ergeben sich daraus?
Matrix für Stakeholderanalyse
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Über Susanne Reuter

Susanne Reuter ist geschäftsführende Gesellschafterin der Zentrum für Systemisches Fundraising GmbH. Seit 2005 verbindet sie systemische Organisationsberatung mit Fundraising und führt die Methode Systemisches Fundraising in die Fundraisinglandschaft ein.

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